lud Innsbrucks Bürgermeisterin Frau Oppitz- Plörer am Mittwoch dem 12.03. um 07.30 in der Wolke 7. Dieses Zusammentreffen wurde nahezu von allen Bürgerinnen und Bürgern als sehr enttäuschend empfunden... Hier das Protokoll der Veranstaltung: Gut 20 BürgerInnen konnten trotz des regulären Arbeitstages...

...der Einladung nachkommen und nutzen die Gelegenheit, mit der Bürgermeisterin und mehreren anwesenden Gemeinderatsmitgliedern der Liste FI (darunter Herr Vizebürgermeister Kaufmann, Frau Gemeinderätin Springer und Herr Gemeinderat Krackl) zu diskutieren. Auch mehrere Vereinsmitglieder unserer Bürgerinitiative "Baukultur und Lebensraum Hungerburg", BuLH, waren anwesend, unter ihnen der Obmann und Kassier der Initiative.

Vorab zu diesem Bericht möchten wir zuerst im Namen unserer Initiative der Bürgermeisterin und den Gemeinderäten der FI einen Dank aussprechen. Unsere Politiker haben sich Zeit genommen, sich die Sorgen und Nöte der Bürger auf der Hungerburg anzuhören. Wir hoffen, dass sich in Zukunft ein Gesprächsklima aufbauen läßt, so daß viele Probleme schon in Vorfeld vermieden werden können, auch wenn man ganz ehrlich sagen muss, dass die heutige Diskussion in Summe doch sehr enttäuschend war.

  • Die Frau Bürgermeisterin eröffnete die Diskussion mit einem kurzen Überblick über die derzeitigen Entwicklungen in der Stadt Innsbruck (Pflegeheim O-Dorf, Haus der Musik, u.a.m., alles allerdings mehr oder weniger irrelevant für die Bürger der Hungerburg). Sie bat dann die BürgerInnen um Wortmeldungen.

 

 

 

  • Die zweite Wortmeldung (nach einer kurzen, für die Hungerburg irrelevanten Wortmeldung eines Bürgers zur Entsorgung von Zigarettenkippen und Kaugummi in der Maria-Theresienstraße) fand durch den Obmann der BuLH statt.

     

  • Der Obmann gab zu verstehen, dass die Stimmung auf der Hungerburg angesichts des derzeitigen Bauwahnsinns schlecht sei. Bauträger würden alle möglichen Tricks verwenden, um die effektive Baumasse und damit ihren Profit zu maximieren (man siehe z.B. das Sphera-Projekt oberhalb der Gramartstraße, oder z.B. die überdimensionierte Wohnanlage gegenüber der AK/Seehof). Die Stadt genehmige Projekte, die absolut nicht ortsüblich seien. Die Beeinträchtigungen für die Nachbarn seien untragbar. Zweifelhafte Projekte von Bauträgern würden im Eiltempo durchgewunken werden, wohingegen Projekte von Privatpersonen nachrangig behandelt werden würden. Die Stadt sei den Bürgern gegenüber in der Bringschuld, die bestehenden Bebauungspläne entsprechend zu modifizieren und von der Baumassendichte auf eine Nutzflächendichte überzugehen, um zukünftige Tricksereien zu unterbinden. Es sei unmöglich, dass es derzeit eine Baumassendichte gäbe, die aber effektiv nicht eingehalten werde. Die Stadt solle den Bürgern dort reinen Wein einschenken, wenn denn eine effektiv höhere Baudichte seitens der Stadt gewünscht sei.

     

  • Der Obmann wies schlussendlich auf den in den letzten Jahren enorm angestiegenen Verkehr hin (Höttinger Gasse, Riedgasse, etc.) und die Belastung der Bürger nicht nur auf der Hungerburg, sondern auch längs der Höhenstraße und in Hötting.  Da nie eine weitere Zufahrtsstraße auf die Hungerburg gebaut worden ist, sei eine weitere Erschließung der Hungerburg unmöglich (abgesehen von der Zerstörung des Naherholungsgebiets Hungerburg durch weitere Erschließungen)

     

  • Die Frau Bürgermeisterin gab zu verstehen, dass man bei den derzeitigen Projekten wahrlich nicht von "Baukultur" reden könne. Sie machte sich über den Ausdruck "Baukultur" lustig und zeigte unseres Erachtens damit auf, welchen geringen Stellenwert die Hungerburg für sie hat. Sie meinte, dass die derzeitigen Projekte rechtens seien, sie seien entsprechend geprüft, und dass man seitens der Stadt nichts machen könne/wolle. Wenn die Bürger Verfehlungen seitens der Behörden sehen würden, so sollten sie doch Klage einreichen.

     

  • Weitere Wortmeldungen seitens der Bürger betrafen ebenfalls den Bauwahnsinn auf der Hungerburg. Herr Knöpfler, Hötting, wies auf mehrere Ungeheuerlichkeiten hin, wie z.B. das Zima-Projekt auf dem Grundstück von Mariabrunn, das oben schon erwähnte Projekt gegenüber der AK/Seehof (Dachterrassen-Penthouse Wohnungen, die als "Blumenüberwinterungsräume" deklariert worden waren), u.a. Es könne nicht sein, dass bestimmte Gebäude baumassenfrei gestellt würden, dass Bebauungspläne im Nachhinein geändert werden würden, d.h. dass Bebauungspläne im Nachhinein dem Willen von Bauträgern angepasst würden, etc. Ein "Nein" seitens der Stadt zu gewissen Spekulationsprojekten würde präventiv ein Zeichen setzen. Ein direkt von einem Spekulationsprojekt (Projekt Mies oberhalb der Höhenstraße) betroffener Bürger, Herr Pittl, wies die Frau Bürgermeisterin auf die offensichtlich überdimensionierten  Proportionen dieses Projekts hin. Ein mitgebrachtes Modell zeigte deutlich die Beeinträchtigung der Nachbarn durch den Bau eines Turms mit fast doppelter Wohnfläche. Auch hier verwies die Frau Bürgermeisterin auf das Instrument einer Amtshaftungsklage.

     

  • Eine weitere Bürgerin bat die Bürgermeisterin, Innsbruck und seine Ortsteile auch für kommende Generationen zu erhalten und nicht zu zerstören. Sie forderte von der Bürgermeisterin, kritischen Bauverhandlungen selber beizuwohnen und, als "politisch treibende Kraft", auch einmal "Nein" zu sagen, wenn, wie es derzeit geschieht, die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt ist.

     

  • In Summe, das muss man direkt sagen, war die Diskussion zu soweit wenig fruchtend. Man bekam nicht den Eindruck, dass die Stadt willens ist, den Bauwahnsinn auf der Hungerburg zu unterbinden (weitere aktuelle Beispiele zu Bauwahnsinn finden sich in anderen Ortsteilen Innsbrucks).

     

  • Nachbarschaftsstreitigkeiten werden also auf der Hungerburg auf der Tagesordnung bleiben, mit weiteren Wahnsinnsprojekten muss gerechnet werden. Die Frau Bürgermeisterin muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass während ihrer Amtszeit das Ortsbild der Stadt Innsbruck massiv beschädigt worden ist und dass sie nicht willens ist, diesem ein Ende zu setzen. Ein Ende dieser Zerstörung ist also nicht abzusehen. Wir von der Initiative BuLH sehen uns von der Stadt in unseren Anliegen bzgl. Bauwahnsinn in keinster Weise unterstützt.

    Weitere Themen, die angesprochen wurden:

  • Urnenfriedhof auf der Hungerburg: Ein einzelner Bürger gab seine Meinung zum Ausdruck, dass ein Urnenfriedhof auf der Hungerburg nicht nötig sei. In einer Wortmeldung widersprach der Obmann der BuLH dieser Auffassung (durchaus im Sinne der anwesenden Hungerburgerinnen und Hungerburger) und betonte, dass die Initiative BuLH wie auch die absolute Mehrheit der Bevölkerung der Hungerburg einstimmig hinter dem Urnenfriedhof stehe. Die Bürgermeisterin allerdings gab zu verstehen, dass sie immer eine Gegnerin des Urnenfriedhofs gewesen sei. Eine definitive Aussage bzgl. eines Errichtungstermins war ihr nicht zu entlocken.

     

 

  • Gehsteig längs der Gramartstraße und Verkehrsberuhigung: Eine Bürgerin wies auf die prekäre Verkehrssituation auf der Gramartstraße (Verparkung, kein Gehsteig, Raser) hin. Der Obmann der BuLH hat daraufhin das Wort erbeten und auf die derzeit laufende Diskussion der Vertreter der BuLH mit der Vizebürgermeisterin Pitscheider hingewiesen:

  • Planung Gehweg längs der Gramartstraße ab Hungerburgweg längs der Kirche und dann auf der Nordseite der Gramartstrasse hin bis zur Arbeiterkammer

  • bereits budgetierter erhöhter Vorplatz vor der Feuerwehr

 

  • Schneeräumung auf der Hungerburg: Ein Bürger bemängelte die öffentliche Schneeräumung auf der Hungerburg, sein Grundstück werde immer wieder zugeschoben. Die Bürgermeisterin versprach, dass die Stadt sich hier in Zukunft mehr Mühe geben werde.

 

  • Frage bzgl. Gerüchten um die Bebauung des Waldareals um Maria-im-Walde: Hier antwortete die Bürgermeisterin etwas ausweichend, es gäbe in der Stadt immer wieder Überlegungen, dieses Areal zu bebauen, aber ohne eine weitere Zufahrtsstraße auf die Hungerburg sei das wohl nicht möglich.

 

  •  Zufahrt zur (neu zu errichtenden) Umbrückler Alm: Die Belieferung der derzeit geplanten Alm werde im Winter über Skidoos erfolgen, im Sommer über den Weg über das Höttinger Bild.